6. und 9. August: 80 Jahre Hiroshima und Nagasaki
06.08.2025: Erinnern - mahnen - gedenken
Wir wollen hier nicht nur erinnern an die Atombombeneinsätze auf Hiroshima und Nagasaki, sondern wir wollen mahnen, dass sowas NIE WIEDER geschehen soll. Wie kann das erreicht werden?
Bereits 1946 wurde gewarnt, dass ein Wettrüsten entstehen und die Atomkriegsgefahr für die gesamte Menschheit immer weiter ansteigen wird. Nach der Kuba-Krise 1962 erkannten die Supermächte das gemeinsame Risiko, in der Folge wurden Rüstungsbegrenzungsverträge abgeschlossen. Die sind inzwischen gekündigt oder laufen aus, das Wettrüsten kann wieder losgehen.
1970 trat der Atomwaffen-Sperrvertrag (englisch: NPT) in Kraft. Dieser verbietet den Nichtatomwaffenstaaten, sich welche geben zu lassen oder selbst zu entwickeln, die Atomwaffenstaaten aber sind zur atomaren Abrüstung verpflichtet. Wie steht es damit?
Wir haben eine gefährlich unübersichtliche Situation mit 9 Atommächten, zu USA, Russland, England, Frankreich und China sind Israel, Indien, Pakistan und zuletzt Nord-Korea dazugekommen, die den NPT nicht akzeptiert haben.
Die Konferenzen des Atomwaffen-Sperrvertrags scheitern immer wieder: die Atomwaffenstaaten sind nicht bereit, Schritte in Richtung Abrüstung zu gehen, sie begründen dies mit der gefährlichen Weltlage, die sie aber selbst mit verursachen. Bei der konfrontativen Weltlage ist das Atomkriegsrisiko höher als jemals zuvor, auch aufgrund von Missverständnissen oder technischen Fehlern der automatisierten Systeme!
Hier kommt jetzt ein neuer Ansatz, auf den ich meine Hoffnung setze: der Atomwaffen-Verbotsvertrag, zu dem die weltweite Kampagne ICAN beigetragen hat. Er delegitimiert Atomwaffen und atomare Abschreckung und will ein konkreter Schritt zur Abrüstung und zu ihrer Abschaffung sein. 2017 wurde er in der UN-Vollversammlung mit großer Mehrheit beschlossen. 2021 trat er mit der 50. Ratifizierung in Kraft. Aktuell gibt es 94 Unterzeichner und 73 Ratifikationen. Die Atommächte samt NATO sind natürlich nicht dabei.
Die Unterzeichner verpflichten sich selbst, keinerlei Atomwaffen-Aktivitäten in ihrem Bereich zuzulassen. Er verbietet nicht nur Einsatz und die Drohung mit Atomwaffen, sondern auch Entwicklung, Herstellung, Test, Finanzierung, Lagerung und Transfer, also alles. Dadurch entsteht eine weltweite Atomwaffenfreie Zone. Und die Vertragstaaten verpflichten sich zur Hilfe für die Opfer der bisherigen Atomwaffentests überall auf der Erde.
Nie wieder Hiroshima! Weltweite Hilfe für die Opfer der Atomwaffentests!
Text: Dr. Wolfgang Nick, Friedensmuseum Nürnberg