Hexenverfolgung in Papua Neuguinea - Ein Überdruckventil in Zeiten rasanten Wandels oder verwurzelt in kulturellen Traditionen?

Montag, 04.07.2022, 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr

Vortrag, Pazifikgruppe Hamburg

Montag, 04.07.2022, 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr
Vortrag von Marion Struck-Garbe, Asien-Afrika-Institut, Universität Hamburg Hamburger Pazifikgruppe

Für die meisten Menschen bei uns sind Anschuldigungen wegen Hexerei und Zauberei ein Nachhall aus einer längst vergangenen Zeit. Doch für andere sind sie auch heute noch eine sehr reale Bedrohung, denn Hexenglaube und Hexen-verfolgung existieren bis heute - weltweit.

Auch in einigen Kulturen Papua-Neuguineas ist der Glaube an Magie, Zauberei und Hexen Realität. Diejenigen, die der Hexerei und Zauberei beschuldigt werden, sind zumeist Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderun¬gen, doch manchmal auch Kinder. Die Jagd auf sogenannte 'Hexen' schreckt nicht vor Folterungen und Mord zurück und erfüllt den Tatbestand von schweren Menschenrechtsverletzungen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden in Papua-Neuguinea jährlich 200 'Hexen' ermordet; die Zahlen lassen sich kaum überprüfen. Durch Fotos von Gräueltaten an Frauen, wie z.B. öffentliche Verbrennungen, die in sozialen Medien veröffentlicht wurden, hat das Thema in den letzten Jahren größere internationale Aufmerksamkeit erhalten. Dabei wurde immer wieder diskutiert, ob der Hexenwahn eine Reaktion auf die rasanten Veränderungen der Jetztzeit ist oder ob es sich um die Wiederbelebung eines traditionellen Verhaltens han¬delt.

Das Ziel dieses Vortrags besteht darin, die Ursprünge, die Entwicklung und den sich wandeln¬den Kontext der heutigen Hexenverfolgung und Hexenermordung zu zeigen und zu erklären.


Ort: Anbau neben der Flussschifferkirche, Hohe Brücke 2, 20459 Hamburg

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