Blutregen: Fotografie und Waffenhandel
Dienstag, 29.09.2026 bis Sonntag, 18.04.2027Ausstellung, Weltmuseum Wien
Ort: Weltmuseum Wien, Neue Hofburg, Heldenplatz, 1010 Wien, Tel. +43 1 534 30 - 5052, info@weltmuseumwien.at www.weltmuseumwien.at
Koloniale Herrschaft war untrennbar mit militärischer Gewalt und dem Einsatz von Feuerwaffen verbunden. Gleichzeitig untersagten die Kolonialmächte in vielen kolonisierten Gebieten den Besitz und die Verbreitung von Schusswaffen, um bestehende Machtverhältnisse zu sichern und Widerstand zu erschweren. Doch diese Verbote wurden vielfach umgangen: Menschen schmuggelten Waffen, bauten sie nach oder stellten sie selbst her.
Ein besonderer Widerspruch zeigt sich in den Sammlungen des Weltmuseums Wien. Während die Fotosammlung zahlreiche Aufnahmen von Menschen mit modernen Feuerwaffen und manchmal von Waffenhändlern enthält, finden sich in der Objektsammlung vor allem Bögen und Pfeile oder zeremonielle Waffen aus dem 19. Jahrhundert. Diese ungleiche Überlieferung trägt dazu bei, das koloniale Bild einer vermeintlichen „Passivität“ der Unterdrückten fortzuschreiben. Die Ausstellung macht dieses Paradox sichtbar und betrachtet Waffen als Instrumente sowohl kolonialer Gewalt als auch anti-kolonialen Widerstands im musealen Kontext neu.

