Mikronesien

19.12.2017: Jahrestagung des Pazifik-Netzwerkes e.V., Lutherstadt Wittenberg

Vom 16. bis 18. Februar 2018 findet die nächste Jahrestagung und Mitgliederversammlung des Pazifik-Netzwerks in Lutherstadt Wittenberg statt.

Die Jahrestagung am Samstag, 17. Februar 2018, widmet sich der faszinierenden Region Mikronesien, der nördlichsten der drei kulturell-geografischen Regionen des Pazifiks. Die Tagung wird sowohl die Kultur und die Geschichte (bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs waren viele der Inseln deutsche Kolonien) als auch aktuelle politische Entwicklungen und Abhängigkeitsverhältnisse in den Blick nehmen. Anhand verschiedener thematischer Vorträge sollen dabei auch einige der einzelnen Staaten und Gebiete der Region vorgestellt werden. Mikronesien umfasst etwa 2.000 kleine Inseln, die sich nördlich und südlich des Äquators im pazifischen Ozean erstrecken. Dabei handelt es sich überwiegend um Atoll-Inseln. Trotz der Vielfältigkeit der Kulturen auf den unterschiedlichen Inseln gibt es einige charakteristische Merkmale, die sich im gesamten mikronesischen Raum wiederfinden: Dazu zählen beispielsweise die engen, matrilinearen Familienstrukturen, die Unterscheidung zwischen „Adligen“ und „Bürgerlichen“ sowie die große Bedeutung von Klans, die von einer Kultur des Teilens und der Reziprozität geprägt ist. Während viele der mikronesischen Inseln heute zu den unabhängigen Föderierten Staaten von Mikronesien, den Marshall-Inseln, Palau, Kiribati oder dem nur aus einer Insel bestehenden Staat Nauru gehören, werden zahlreiche andere bis heute von den Vereinigten Staaten von Amerika verwaltet und beherbergen zum Teil wichtige militärische Stützpunkte, wie etwa Guam. Letzteres hat es Mitte August in die Schlagzeilen der Weltöffentlichkeit geschafft, als Nordkorea drohte, einen Raketenangriff auf diese Pazifik Insel zu starten.

Im Vergleich zu den Regionen Polynesien und Melanesien sind die heutigen Staaten Mikronesiens vergleichsweise spät unabhängig geworden und zeichnen sich historisch bis in die Gegenwart durch ihre teils große politische Abhängigkeit zu den USA aus, während die regionalen Akteure Australien und Neuseeland eine geringere Rolle spielen. Dies gilt insbesondere für die Föderierten Staaten von Mikronesien, die Marshall-Inseln und Palau, die bis heute mittels sogenannter „Compacts of Free Association“ an die USA gebunden sind und nach dem 2. Weltkrieg zum von den USA verwalteten „Trust Territory of the Pacific Islands" gehörten.
Die heutigen Marshall-Inseln sind damals als Testgebiet für US-Atomwaffen missbraucht worden, wobei zahlreiche Menschen verstrahlt und aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Bis heute führen die Nachwirkungen der Tests dazu, dass in den Marshall-Inseln eine der höchsten Krebsraten weltweit herrscht. Heute ist es vor allem der Klimawandel, der die meist niedrig gelegenen Atollinseln Mikronesiens in ihrer Existenz bedroht und Menschen in die Migration zwingt. Da die Mehrzahl der Familien von der Subsistenzwirtschaft (Fischfang und Landwirtschaft) lebt und daher wenig Einkommen besitzt, bedroht der Klimawandel unter anderem ihre Nahrungssicherheit. Der Klimawandel verstärkt auch andere, durch Kleinstaatlichkeit hervorgerufene Herausforderungen, wie z.B. den Mangel an wirtschaftlichen Perspektiven insbesondere für junge Menschen. So lebt derzeit etwa ein Viertel der Menschen in Mikronesien unterhalb der Armutsgrenze. Während die Landflächen der mikronesischen Staaten sehr klein sind, gehören die Meeresgebiete einiger der Staaten jedoch zu den größten der Welt. So etabliert sich in den vergangenen Jahren zunehmend die Bezeichnung „Large Ocean States" anstelle kleiner Inselstaaten. Entsprechend ist es nicht überraschend, dass Seefahrt und Navigation eine Jahrtausende alte Geschichte in Mikronesien aufweisen.
Konkret sind Vorträge zur (geschichtlichen) Einführung in die Region Mikronesien, zur Geschichte der Atomtests, der Auswirkungen des Klimawandels auf Küstengemeinden, kulturelle Aspekte wie die in Teilen Mikronesiens verbreitete Matrilinearität, zu Seefahrt und Navigation in Mikronesien sowie zur Umweltzerstörung und den Schrecken australischer Flüchtlingslager in Nauru geplant.

Das offizielle Programm hängt hier als Anlage an.

Anmeldung direkt in der Pazifik-Infostelle oder hier unten über das anhängende Formular:
Pazifik-Infostelle
info@pazifik-infostelle.org
Telefon: 09874 91220

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